Verpasste Chance oder kommt da noch was?

Liebe Stadt. Die Stauffacherstrasse wurde zwischen Seebahnstrasse und Bäcki saniert. Das Velo hat nun einen Streifen und beim Linksabbieger einen ‚Velosack‘ (aus platzgründen leider ohne zuführenden Steifen). Allerdings ist der Streifen m.E. am unteren Spektrum der Breite, dafür wurden nach wie vor 2 Fahrspuren für den MIV markiert. Vermutlich wegen Abbiegebeziehungen. Dennoch. So gross ist der Rückstau da erfahrungsgemäss nicht. Wäre es nicht zumutbar den MIV in der Innenstadt etwas einzuschränken, dafür dem Velo auf der Verlängerung der VVR Baslerstrasse zum Helvetiaplatz den notwendigen Platz zu geben? Zudem erstaunt doch der breite Querschnitt der neugestalteten Strasse für eine untergeordnete T30 Strasse ins Quartier (und auch das Klima-/Hitzethema stellt sich diesbezüglich).

Erstellt am: 21.10.2022

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In der Gegenrichtung werde ich von Autos auch überholt obwohl es eine durchgezogene Linie hat. Viele Autofahrende "verstehen" solche Markierungen offensichtlich nicht (viele Velofahrende leider auch nicht). T30 erfüllt das Bedürfnis einer sicheren Veloinfrastruktur leider nicht wenn Autos dann trotzdem mit T50 durchfahren, überholen wenn es keinen Platz hat, der Meinung sind "es hat ja keinen Radstreifen also haben Velos nichts zu melden". Aus Erfahrungen kann gelernt werden, neue Projekte können angepasst werden, die Polizei kann auch Autos büssen, Velofahrende können geschützt werden. Nun muss nur noch "kann" durch "muss" ersetzt werden...
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Um hier mal einen anderen Akzent zu setzen: Ich fahre seit 27 Jahren Velo in dieser Stadt, und in den letzten 5 Jahren hat sich mehr getan als in den 22 Jahren davor! Lustigerweise gab es selbst mit Filippo noch ein paar erstaunliche Verbesserungen. Und in den letzten 1-2 Jahren scheint man ENDLICH eine echte Priorität auf den Veloverkehr zu setzen. Bleibt kritisch, bleibt konstruktiv.
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Interessantes Thema, was sich in den letzten zwei Jahrezehnten getan hat. Mir fällt die bauliche Trennung auf der Quaibrücke ein und die rot eingefärbten Velostreifen (leider nur im Kreuzungsbereich). Den HB-Velotunnel können wir auch schon dazuzählen. Tempo 30 und das gesperrte Limmatquai hatten zwar andere Motivationen, haben die Velosituation aber verbessert. Die vielen neuen Veloabstellplätze sind hilfreich, auch wenn sie zu oft von Motorrädern belegt sind. RABR und geöffnete Einbahnstrasse sind nice to have. Leider wurden im gleichen Zeitraum baulich getrennte Velowege an Mythenquai und Kornhausstrasse abgebaut.

Mir scheint, es wurde zu viel Zeit und Geld für Velostreifen aufgewendet, die regelmässig von Autos ignoriert, überfahren und zugestellt werden, oft zu schmal sind, an Kreuzungen in der Fahrbahnmitte liegen und auch noch in die Dooringzone führen und daher keinen grossen Sicherheitsgewinn bringen. (Ausnahme: die kurzen extrabreiten Streifen auf der Kasernenstrasse und der unteren Weinbergstrasse.) Es gibt nach wie vor viel zu wenig bauliche Trennung.

Auch an den klassischen neuralgischen Stellen hat sich bis auf gestrichelte Linien wenig getan: Bellevue, Rämistrasse, Hardbrücke, HB (der Tunnel hilft auf einer Seite), Neumühlequai, Selnaustrasse, Brandschenkestrasse, Bederstrasse, Sihlcity, Schaffhauserplatz usw. Die ganzen konfliktbeladenen Begegnungszonen sind auch noch da.

Aber ich möchte nicht unfair sein und habe bestimmt einiges unterschlagen. Welche Verbesserungen hattest Du im Sinn?
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@Gero: Einverstanden. Die Lagerstrasse scheint für mich exemplarisch für deinen Kommentar zu stehen. Man macht an und für sich die Lagerstrasse velotauglich (Verbreiterung des Strassenquerschnitts), holt sich aber zeitgleich neue Ploblemzonen an Bord (PP neben Velostreifen, schlechte Lösungen an LSA)

Ich persönlich kannte die „alte“ Lagerstrasse und die „alte“ Langstrassenunterführung nur als Fussgänger oder als Buspassagier, heutzutage fahre ich mehrheitlich mit dem Velo da durch. Von dem her sind Verbesserungen für das Velo nicht abzusprechen, sie entsprechen einfach nicht „best practice“
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@Gero Kleine Liste positiver Beispiele: Neufrankengasse im Gegenverkehr. Strecke Sihlpost - Kasernenstrasse - Zeughausstrasse. Neuer Veloweg Seilergraben abwärts bis Mühlegasse, mit velogerechter Linksabbieger-Ampel. Die neuen "Anti-Abdränger-Inseli", z.B. an der Kreuzung Werdstrasse/Stauffacherstrasse stadtauswärts.

Es ist mir bewusst, dass wohl sämtliche Verbesserungen nur dank dem unermüdlichen Kampf der Velolobby zustande kamen! Und klar liegt vieles nach wie vor sehr im Argen. Ich erlebe einfach Veränderungen, die darauf schliessen lassen, dass die zuständigen Behörden sich weitergebildet haben. Dass tatsächlich Infrastruktur für Velos gestaltet wird.

Nach 20 oder 30 verlorenen Jahren, Stichwort Mischtzonen...manche linksgrüne StadträtInnen haben leider wirklich Grund, sich zu schämen.

Ich bin übrigens auch nicht ganz einverstanden mit dem Mantra "Farbe ist keine Infrastruktur", das man hier ständig liest. Nach diesem Motto wäre ja auch der Pannenstreifen einer Autobahn null und nichtig... Will heissen: die Verkehrsführung muss für alle klar erkennbar sein, und "fehlbare LenkerInnen" müssen konsequent gebüsst werden, dann funktioniert das schon.
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Nur eines von vielen kürzlich fertiggestellten Projekten, bei welchen man sich ernsthaft fragen muss, was beim Tiefbauamt eigentlich falsch läuft:

https://twitter.com/zh2000zhzh/status/1566348315200995329?s=20&t=OIdF2TzP04H4F1jlc3IWHw

https://twitter.com/zh2000zhzh/status/1582640935783256064?s=20&t=OIdF2TzP04H4F1jlc3IWHw

https://twitter.com/zh2000zhzh/status/1569553891141763072?s=20&t=OIdF2TzP04H4F1jlc3IWHw
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Deine Beispiele zeigen auf ... es gibt noch viel zu tun. Wir alle können hoffen, dass die neuen Projekte mit Simone Brander 100% Menschen und nicht mehr 100% Auto gerecht werden
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Nix für ungut @RizCasimir, aber langsam hab ich das Gefühl, die Frau Brander ist ein Etikettenschwindel. Ich gehe davon aus, dass diese schlechte Infrastruktur uns für Jahrzehnte erhalten bleibt und vom Tiefbauamt gibts - höchstens - ein dürres "Ist jetzt halt so" Statement und das wars. Die Seite hier ist nice wenn du ein bisschen Farbe am Boden von der Stadt brauchst, das ist es dann aber auch. Infrastruktur und Fragen die ins Geld gehen könnten kannst du getrost vergessen.
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@Typetester
Fairerweise muss man festhalten, dass Simone Brander für die hier genannten Projekte nicht verantwortlich gemacht werden kann. Auch kann Frau Brander nicht einfach so von heute auf morgen eine funktionierende Veloinfrastruktur herbeizaubern, da die entsprechenden Prozesse halt ihre Zeit dauern...

Jedoch muss Simone Brander nun definitiv einen Gang höher schalten schnell erste Resultate liefern! Insbesondere, dass die im Sommer publizierten Pläne für die jüngsten "Velovorzugsrouten" auch unter Simone Brander keinerlei Einschränkungen für den MIV enthalten und keine separate Veloinfrastruktur geplant ist, ist für mich völlig unverständlich und hat mich schwer enttäuscht! Zudem liessen sich auch bei einem Grossteil der erst kürzlich fertiggestellten Projekte mit relativ geringem Aufwand und ohne grössere bauliche Eingriffe durchaus Verbesserungen für Zufussgehende und Velofahrende erreichen, wenn man denn wollte.

In dieser Hinsicht muss von einer Politikerin, die mit dem Slogan "Zürich zur Velostadt umbauen" angetreten ist, definitiv mehr kommen! Und zwar nicht erst in 10 Jahren, sondern jetzt!
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@Stadt Zürich: Bitte den Projektverantwortlichen folgende Broschüre des Bundesamt für Strassen (ASTRA) zukommen lassen: "Entflechtung der Veloführung in Kreuzungen"

Mit folgenden Leseaufträgen (10min): Es hat nur wenig Fliesstext und dafür ganz viele Bilder

Kapitel 5.1 (S. 69): Übersichtsgrafik Veloführung an Ampeln
Kapitel 5.3 (S. 71, 72): Linksabbiegen, v.a. Grafik S. 72 mit Varianten A (CH), B (DK), C (NL)
Kapitel 5.6.1 (S. 85): Var A) Direktes Linksabbiegen
Kapitel 5.6.2 (S. 87): Var B) Indirektes Linksabbiegen (mit intelligenter Ampelschaltung)
Kapitel 5.7.1 (S. 92): Var C) Grafik (Standardmodell Niederlande)

Link zum ASTRA: https://www.astra.admin.ch/astra/de/home/themen/langsamverkehr/materialien.html
Direktlink Broschüre (PDF): https://www.astra.admin.ch/dam/astra/de/dokumente/langsamverkehr/entflechtung-velofuehrung-kreuzungen.pdf.download.pdf/Entflechtung%20der%20Velof%C3%BChrung%20in%20Kreuzungen%20%E2%80%93%20Studie.pdf

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Man beachte: Selbst das direkte Linksabbiegen nach Variante A) würde im Linksabbieger eine separate Velospur von mind. 1.80 Meter Breite erfordern...
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Die Projektverantwortliche war Martina Gross. Du kannst gerne mit ihr direkt in Kontakt treten, nur leider ist alles alles schon abgeschlossen, aber zumindest für Ihr nächstes Projekt sicherlich spannend

Martina Gross hat wahrscheinlich nur Anforderungen umgesetzt. Ob sie die Anforderungen (von wem auch immer) hätte challengen können oder ob sie die Anforderungen auch anders (und damit sicherlich besser) umsetzten hätte können entzieht sich meinem Wissen. Aber Sicherlich muss sie nicht für Umbaukosten aufkommen, dies müsste ihr Arbeitgeber => die Stadt Zürich
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Linksabbiegspur aufheben und nachträglich begrünten Mittelstreifen bauen sowie einen breiteren Veloweg markieren. Gerne auf Kosten von Frau Gross.
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@RizCasimir: Danke für den Beitrag. Ich wusste nicht, dass solche Infos öffentlich sind.
Mein Beitrag war eher mit dem Hintergrund "aus eigenen Fehlern lernen" und es beim nächsten Mal besser machen.
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Dass die Stadt auf kantonalen Strassen leider immer noch dem MIV den Vorzug gibt ist ärgerlich, aber nachvollziehbar, weil da der Handlungsspielraum eingeschränkt ist und der rückständige Kanton diktiert.

Warum hingegen auf kommunalen Strassen wie hier nicht konsequenter der Langsamverkehr gefördert wird und immer noch mehrere Spuren dem MIV geopfert werden, sowie unnötig Flächen versiegelt werden, ist in keiner Weise nachvollziehbar, einfach nur bedenklich und zeigt leider die Ignoranz der Verantwortlichen beim Tiefbauamt.
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Wenn man auf die aktuelle Pläne für die VVR Altstetten-Stauffacherstrasse schaut, dann leider NEIN.

https://www.stadt-zuerich.ch/site/velo/de/index/velovorzugsroute-1.html

Der Strassenschnitt beträgt 9.95m (WTF), falls noch nicht erfolgt, dann kommen auf der Nordseite noch 2m blaue Parkplätze ... aber ja dieses Projekt ist wirklich so was von 1950!

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